Nagelfleckweibchen

Weibchen des Nagelflecks.
Foto: Carsten Heinecke 2010.

Nagelfleck in Kopula

Ein Pärchen des Nagelflecks (Aglia tau).
Foto: Elke Freese 2009.

Nagelfleck in Kopula

Im Buchenlaub des Frühlingswaldes nur schwer zu entdecken - links das Männchen mit gefächerten Fühlern, rechts das deutlich größere Weibchen.
Foto: Carsten Heinecke 2009.

Nagelfleck Weibchen

Weibchen des Nagelflecks nach der Eiablage.
Foto: Carsten Heinecke 2009.

Nagelfleck Ei

Das Ei des Nagelflecks misst etwas mehr als 2 Millimeter.
Foto: Carsten Heinecke 2009.

Nagelfleck Ei

Junge Raupe noch mit gegabelten Fortsätzen.
Foto: Carsten Heinecke 2010.

zucht schule

Jungraupen des Nagelflecks an einem Buchenblatt.
Zuchtfoto: Carsten Heinecke 2010.

Nagelfleck Ei

Ältere Raupe.
Foto: Carsten Heinecke 2009.

Nagelfleck Ei

Ältere Raupe.
Foto: Carsten Heinecke 2009.

Nagelfleck Puppe

Eine Puppe.
Foto: Elke Freese 2009.

Nagelfleck (Aglia tau)


1. Allgemeines - 2. Kennzeichen - 3. Größe - 4. Lebensraum - 5. Entwicklung - 6. Futterpflanzen - 7. Verbreitung - 8. Gefährdung und Schutz
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1. Allgemeines

Der Nagelfleck (Aglia tau) gehört zur Familie der Pfauenspinner (Saturniidae). Die Flugzeit dieses Falters fällt in der Regel mit dem Laubaustrieb der Buche zusammen. Während die Männchen fast ausschließlich tagsüber im Zickzackflug dicht über dem Boden der Buchenwälder sausen, sind die Weibchen vorwiegend nachtaktiv, fliegen aber zuweilen auch in der Dämmerung.
Die Mundwerkzeuge dieser Falter sind verkümmert. Sie können keine Nahrung zu sich nehmen und werden nur ein paar Tage alt. Die Flugzeit umfasst etwa drei Wochen im April/Mai.top

2. Kennzeichen

Die Flügel der Falter sind ockergelb bis dunkelbraun, manchmal auch fast schwarz. Sie tragen jeweils oberseits einen schwarzen, blau gekernten Augenfleck, der in der Mitte eine weiße, nagel- oder T-förmige Zeichung (»Nagelfleck«) trägt sowie eine dunkle Saumbinde nahe der Frügelhinterränder. Unterseits sind die Flügel schlichter gezeichnet, wobei aber der »Nagelfleck« auch hier deutlich hervortritt.
Die Raupen sind grün mit gelblich weißer Seitenlinie und ebensolchen Schrägstreifen und Punkten. In den ersten drei Raupenstadien tragen sie an der Spitze zum Teil gegabelte, rot und weiß geringelte Dornen, die in den letzten Stadien fehlen. top

3. Größe

Die Falter erreichen Flügelspannweiten zwischen 55 und 85 Millimetern. Die Raupen werden bis zu 50 Millimeter lang.
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4. Lebensraum

Der Nagelfleck lebt vor allem in Laubwäldern feuchter bis trockener Standorte mit einem nennenswerten Buchenanteil. In der norddeutschen Tiefebene findet man ihn in Eichen-Ulmen-Auenwäldern vor allem aber in Eichen-Hainbuchenwäldern jeweils mit Rotbuchen- und Hainbuchenanteilen.
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5. Entwicklung

Die Weibchen des Nagelflecks senden Duftstoffe aus, die von den Männchen über weite Entfernungen wahrgenommen werden können. Auf ihrer Suche nach paarungswilligen Weibchen fliegen sie dicht über den Waldboden. Die Weibchen legen die rotbraunenen, flachovalen Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an Zweigen ab. Nach dem Schlüpfen suchen die Raupen zunächst einen geeigneten Ruheplatz an der Unterseite eines Blattes. Dort stellen sie ein feines Gespinst her. Zu diesem kehren sie später in Fresspausen immer wieder zurück. Die Verpuppung erfolgt am Boden in der Streuschicht oder im Moos in einem lockeren, netzartigen Kokon. Die Puppe überwintert.
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6. Futterpflanzen

Die Falter nehmen keine Nahrung auf. Die Raupen fressen vorzugsweise an Buchenblättern, daneben auch an Salweide, Stieleiche, Hängebirke und weiteren Laubgehölzen. Die Buche scheint aber als Nahrungspflanze mit Abstand die größte Bedeutung zu haben.
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7. Verbreitung

Die Schmetterlingsart ist vom Norden Spaniens über Europa, mit Ausnahme des hohen Nordens, durch die gemäßigte Zone bis nach Ostasien verbreitet und ist auch im Tiefland im Allgemeinen nicht selten.
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8. Gefährdung und Schutz

Der Nagelfleck ist nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt. Der Nagelfleck ist in Niedersachsen nicht gefährdet. Wegen der Isolierung und Artenarmmut der wenigen Buchenstandorte im Flachland sollte er hier jedoch als schutzbedürftige Art gelten.
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Zusammengestellt von Elke Freese, April 2009
Quellen:
Günter Ebert, Erwin Rennwald (Hrsg.) (1994): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs Band 4 – Nachtfalter II. Eugen Ulmer KG, Stuttgart. ISBN 3-8001-3474-8.
Heiko Bellmann (2003): Der neue Kosmos Schmetterlingsführer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. ISBN 978-3-440-09330-6.
Ulrich Lobenstein (2003): Die Schmetterlingsfauna des mittleren Niedersachsens – Bestand, Ökologie und Schutz der Großschmetterlinge in der Region Hannover, der Südheide und im unteren Weser-Leine-Bergland. Naturschutzbund Landesverband Niedersachsen. ISBN 3-925815-27-9.
Reiner Theunert (2008): Verzeichnis der in Niedersachsen besonders oder streng geschützten Arten – Schutz, Gefährdung, Lebensräume, Bestand, Verbreitung (Stand 1. November 2008) – Teil B: Wirbellose Tiere. Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen. ISSN 0934-7135.