Heidekraut_Bunteulechen

Auf mit Moosen und Flechten bewachsenen Baumstämmen sind die Männchen des Schneespanners gut getarnt.
Foto: Carsten Heinecke 2010.

Heidekraut_Bunteulechen

Solche Exemplare mit einfarbigen Vorderflügeln kommen seltener vor.
Foto: Carsten Heinecke 2010.

Heidekraut_Bunteulechen

Die stummelflügeligen Weibchen des Schneespanners haben lange Beine und sind gut zu Fuß.
Foto: Carsten Heinecke 2010.

Schneespanner (Apocheima pilosaria)

1. Allgemeines - 2. Kennzeichen - 3. Größe - 4. Lebensraum - 5. Entwicklung - 6. Futterpflanzen - 7. Verbreitung - 8. Gefährdung und Schutz
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1. Allgemeines

Der Schneespanner zählt zur Gruppe der so genannten »Winterspanner«, die sich durch eine winterliche Aktivität der erwachsenen Falter und durch flügellose beziehungsweise stummelflügelige Weibchen auszeichnen.
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2. Kennzeichen

Der Schneespanner ist einer der ersten Schmetterlinge im Jahr. Er kann von Januar bis April vorkommen, was jedoch von der Witterung abhängig ist. Die flugaktiven Männchen kann man tagsüber an Wänden unter Lichtquellen ruhend sehen. Ihr Aussehen ist für Spanner (Geometridae) eher unüblich: sie wirken dicklich und behaart. Üblicherweise haben die Tiere eine weiß-grünlichgrau gemusterte Zeichnung, doch es kommen auch Männchen mit einheitlich grüngrau gefärbten Vorderflügeln vor. Die Fühler der Männchen sind stark gefiedert, während die stummelflügeligen Weibchen fadenförmige Fühler tragen. Die Männchen des Schneespanners unterscheiden sich von denen des etwas später fliegenden Gelbfühler-Dickleibspanners (Apocheima hispidaria) durch die wesentlich größeren Flügelflächen.
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3. Größe

Die Flügelspannweite der Männchen beträgt 35 bis 40 Millimeter. Die Raupen werden bis 38 Millimeter lang.
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4. Lebensraum

Als Lebensraum kommen Laubwaldgebiete und Baum- und Gebüsch reiches Kulturland in Frage. Dort sind die Raupen hauptsächlich an Wald- und Gebüschsäumen zu finden. Auch in dichter bebauten Siedlungsräumen kann der Schneespanner zum Beispiel in Gärten vorkommen.
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5. Entwicklung

Aus den Eiern entwickeln sich graubraune bis dunkelbraune oder grünliche Raupen, die am Rücken der Segmente 5, 6, 7 und 12 Borsten tragende, kegelförmige Warzen aufweisen. Die Raupen verpuppen sich im Boden und überwintern dort. top

6. Futterpflanzen

Die Raupen des Schneespanners sind polyphag, d.h. sie fressen an vielen verschiedenen Laubbäumen und Sträuchern, wie zum Beispiel an Stieleiche, Zitterpappel, Salweide, Hainbuche, Rotbuche, Schlehe, Weißdorn, Garten-Birnbaum und Garten-Apfel.
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7. Verbreitung

In Europa ist der Schneespanner weit verbreitet. Auch in Niedersachsen ist er außer an der Küste fast überall zu finden.
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8. Gefährdung und Schutz

Aufgrund seiner Verbreitung und der Nahrungsbandbreite seiner Raupen ist der Schneespanner in Niedersachsen nicht gefährdet.
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Zusammengestellt von Carsten Heinecke 2010:
Quellen:
Heiko Bellmann (2003): Der neue Kosmos Schmetterlingsführer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. ISBN 978-3-440-09330-6.
G. Ebert & E. Rennwald (Hrsg.) (2003): Die Schmetterlinge Baden-Württemberg. Band 9 – Nachtfalter VII, Eugen Ulmer KG, Stuttgart. ISBN 3-8001-3279-6.
U. Lobenstein (2003): Die Schmetterlingsfauna des mittleren Niedersachsens – Bestand, Ökologie und Schutz der Großschmetterlinge in der Region Hannover, der Südheide und im unteren Weser-Leine-Bergland. Naturschutzbund Landesverband Niedersachsen. ISBN 3-925815-27-9.