Aurorafalter

Der Aurorafalter. Nur die Männchen
tragen orangefarbene Flügelspitzen.
Foto: Elke Freese 2009.

Knoblauchrauke

Die Knoblauchrauke, eine der wichtigsten Raupenahrungspflanzen.
Foto: Elke Freese 2009.

Wiesenschaumkraut

Das Wiesen-Schaumkraut, namengebende Nahrungspflanze.
Foto: Elke Freese 2007.

Aurorafalter

Männchen mit zusammengeklappten Flügeln.
Die Unterseiten der Hinterflügel sind
grünlich marmoriert.
Foto: Carsten Heinecke 2008.

Aurorafalter

Der Aurorafalter, hier ein Weibchen
ausnahmsweise an Salbei saugend.
Foto: Elke Freese 2008.

Aurorafalter Ei

Das frisch gelegte Ei eines Aurorafalters an der Unterseite eines Blütenstandes der Knoblauchrauke (Pfeil) - noch weiß gefärbt.
Foto: Elke Freese 2009.

Aurorafalter Ei

Das gleiche Ei fünf Tage später - jetzt rot gefärbt.
Foto: Elke Freese 2009.

Aurorafalter

Junge Raupe des Aurorafalters
an Knoblauchrauke.
Foto: Elke Freese 2008.

Aurorafalter

Erwachsene Raupe des Aurorafalters
an Knoblauchrauke.
Foto: Elke Freese 2011.

Aurorafalter Puppe

Gürtelpuppe des Aurofalters.
Foto: Carsten Heinecke 2010.

Aurorafalter (Anthocharis cardamines)

1. Allgemeines - 2. Kennzeichen - 3. Größe - 4. Lebensraum - 5. Entwicklung - 6. Futterpflanzen - 7. Verbreitung - 8. Gefährdung und Schutz
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1. Allgemeines

Der Aurorafalter (Anthocharis cardamines) gehört zu den Weißlingen (Pieridae). Er ist eine Frühlingsart, wobei sein Erscheinen deutlich von der Gunst des Jahres abhängt. Während die Falter bei günstigen Bedingungen bereits ab März erscheinen, können sie bei ungünstigen Temperaturen noch bis in den Juli hinein angetroffen werden.
Die enorme Bedeutung der Nahrungspflanze Cardamine pratensis (Wiesenschaumkraut) für den Aurorafalter kommt schon in dessen lateinischen Namen Anthocharis cardamines zum tragen. Aurora – die Göttin der Morgenröte gab dem Falter seinen deutschen Namen. Der Grund dafür ist der orangefarbene Fleck auf den Vorderflügeln der Männchen.

Eine Übersicht der Oldenburger Weißlinge inklusive wichtiger Bestimmungs- und Unterscheidungsmerkmale gibt es hier:
Weiß sind nicht alle unsere Kleider - Die Oldenburger Weißlinge (Pieridae), PDF 1,5 MB. top

2. Kennzeichen

Die Vorderflügel der Falter tragen oberseits eine schwarze Spitze und etwa in der Mittte einen kurzen schwarzen Strich. Bei den Männchen ist die gesamte Spitze orangefarben. Sie sind daher unverwechselbar. Bei beiden Geschlechtern ist die Unterseite der Hinterflügel grünlich marmoriert, was ihnen bei zusammengeklappten Flügeln eine gute Tarnung verleiht. Die Weibchen können mit verschiedenen anderen Schmetterlingen wie Großer und Kleiner Kohlweißling, Grünader-Weißling, Zitronenfalterweibchen, Weißklee-Gelbling oder Tintenfleck-Weißling verwechselt werden.
Die erwachsenen Raupen sind blaugrün. Sie tragen seitlich einen weißen Streifen. Während dieser nach unten scharf begrenzt ist, geht er nach oben allmählich in die grüne Grundfärbung über. Durch diese Färbung kommt es zu einer Aufhellung des Körperschattens und bedingt damit eine gute Tarnung.
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3. Größe

Die Falter erreichen Flügelspannweiten zwischen 35 und 45 Millimeter. Die Raupen werden bis zu 30 Millimeter lang.
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4. Lebensraum

Aurorafalter sind am häufigsten auf Feuchtwiesen anzutreffen. Daneben fliegen sie auch in Auwäldern, Nadel-, Laub- und Mischwäldern, aber auch in waldnahen Bereichen wie Hecken, Böschungen, Wald- und Wegrändern sind sie anzutreffen. Man findet sie auch in trockeneren Biotopen wie Wacholderheiden und Magerrasen.
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5. Entwicklung

Die Eiablage erfolgt an Kreuzblütlern (Brassicaceae). Neben dem Wiesen-Schaumkraut wird die Knoblauchrauke (Alliaria petiolata) am häufigsten belegt. Die spindelförmigen Eier sind zunächst gelblich-weiß aber bereits nach einem Tag intensiv orangerot gefärbt. Die heranwachsende Raupe befrisst die heranreifenden Schoten. Nach etwa fünf Wochen ist die Fress- und Wachstumsphase abgeschlossen. Die Raupe sucht sich dann eine geeignete Unterlage in Bodennähe meist am Pflanzenstängel ihrer Fraßpflanze. Dort spinnt sie eine Schlaufe mit deren Hilfe sie sich am Stängel festheftet, um sich in einer schlanken, graubraunen und holzartig wirkenden Gürtelpuppe zu verpuppen. Die Puppe hat ein sichelförmig ausgezogenes Kopfende. Sie erinnert an einen Pflanzendorn und ist so an einem dürren Pflanzenstängel kaum zu endecken. Die Puppe überwintert, der Falter schlüpft nach einer etwa zehnmonatigen Puppenruhe in der ersten Wärmeperiode im darauffolgenden Jahr. Pro Jahr wird nur eine Generation gebildet. top

6. Futterpflanzen

Die Nahrung der Raupen umfasst das Wiesenschaumkraut, die Knoblauchrauke, den Ackersenf, den Ackerkohl, die Pfeilkresse, die Gewöhliche Nachtviole, die Wasserkresse, die Rauhe Gänsekresse, das Barbarakraut und etliche weitere Kreuzblütler. Für die Falter sind das Wiesen-Schaumkraut, die Knoblauchrauke, die Behaarte Gänsekresse und das Garten-Silberblatt wichtige Nektarquellen.
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7. Verbreitung

Die Gesamtverbreitung des Aurorafalters umfasst Europa mit Ausnahme des Südens der Iberischen Halbinsel, einiger Mittelmeerinseln und des nördlichsten Teiles Fennoskandiens; ferner besiedelt er die gemäßigte Zone Asiens bis nach China.

Der Schmetterling ist in Niedersachsen weit verbreitet und häufig.
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8. Gefährdung und Schutz

Bisher ist der Aurorafalter noch nicht gefährdet, er wird in letzter Zeit aber immer seltener. Vermutlich hängt dies mit der vielerorts zu beobachtenden Trockenlegung, Mahd und Überdüngung der von ihm bevorzugten feuchten Standorte zusammen.
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Zusammengestellt von Elke Freese 2009.
Quellen:
Ebert G. & E. Rennwald (Hrsg.) (1991): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs Band 1 - Tagfalter I. Papilionidae, Pieridae, Nymphalidae. Eugen Ulmer KG, Stuttgart. ISBN 978-3-8001-3451-9.
Bellmann H. (2003): Der neue Kosmos Schmetterlingsführer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. ISBN 978-3-440-09330-6.
Lobenstein U. (2004): Rote Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Großschmetterlinge mit Gesamtartenverzeichnis. Inform.d. Naturschutz Niedersachsen. Nr. 3, 165 - 196, Hildesheim.