Grasglucke

Gut getarnt. Eine Gammaeule an einem Rosenzweig.
Foto: Elke Freese 2008.

Grasglucke

Kennzeichnend für die Gammaeule ist ein silbrig glänzender Makel auf den Flügeln, der dem griechischen Buchstaben »gamma« oder einem Y ähnelt.
Foto: Elke Freese 2008.

Gammaeule (Autographa gamma)

1. Allgemeines - 2. Kennzeichen - 3. Größe - 4. Lebensraum - 5. Entwicklung - 6. Futterpflanzen - 7. Verbreitung -
8. Gefährdung und Schutz
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1. Allgemeines

Die Gammaeule (Autographa gamma) ist ein häufiger Wanderfalter, hier bei uns aber auch heimisch. Er gehört zur Familie der Eulenfalter (Noctuidae). Durch Einwanderungswellen aus dem Süden kommt es immer wieder zu regelrechten Gammaeulen-Jahren wie beispielsweise 2003. Offenbar hat auch hat auch 2009, ähnlich wie beim Distelfalter, eine erhebliche Einwanderung stattgefunden. Die Falter sind fast während der gesamten wärmeren Jahreszeit zu finden. Im Schwirrflug sausen von Blüte zu Blüte um Nektar zu saugen. Die überwiegend dämmerungs- und nachtaktiven Gammaeulen sind an warmen Tagen auch tagsüber beim Blütenbesuch zu beobachten. Dabei setzen sie sich mit leicht geöffneten, schwirrenden Flügeln ab, um jederzeit fluchtbereit zu sein.
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2. Kennzeichen

Die Grundfärbung der Vorderflügel reicht von hell graubraun bis rötlich braun. Auf der Oberseite tragen sie schwarzbraune bis rötlichbraune Zeichnungsmuster und in der Mitte jeweils einen silbrig weißen gamma- oder Y-förmigen Makel. Die Hinterflügel sind gelbbraun mit breitem, dunklem Außensaum. Durch diese Färbung und Musterung sind die Falter sehr gut getarnt und sind am Tag oft erst zu entdecken, wenn sie aufgeschreckt werden und dann hektisch davon fliegen um sich bald wieder zwischen Pflanzen niederzulassen.
Die Raupen sind grün und nach vorne etwas verjüngt. Sie tragen schmale, helle Rückenlinien und im Bereich der Stigmen eine weiße Längsbinde. Sie haben nur zwei Bauchfußpaare. Am Kopf findet sich meist beiderseits ein schwarzer Streifen. top

3. Größe

Die Falter erreichen Flügelspannweiten zwischen 35 und 40 Millimetern. Die Raupen werden bis zu 35 Millimeter lang.
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4. Lebensraum

Die Schmetterlinge leben vorwiegend im blütenreichen, offenen Gelände. Sie sind fast überall anzutreffen, auf Kulturflächen wie Gärten und Parks ebenso wie an Waldrändern und auf Wiesen. Lediglich geschlossene Wälder werden allenfalls über- oder durchflogen.
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5. Entwicklung

Gammaeulen beginnen ihren Aktivitätszyklus mit der Eiablage im Frühling. Die Weibchen legen die Eier einzeln an den Blattunterseiten der Raupenfraßpflanzen ab. Pro Jahr entstehen je nach Temperatur mehrere nicht klar voneinander abgrenzbare Generationen. In Mitteleuropa überwintert die Raupe, in Südeuropa gibt es so gut wie keine Überwinterung. Die Gammaeule bekommt bei uns durch den starken Wanderdrang immer wieder Verstärkung aus dem Süden. Die Verpuppung erfolgt in einem weißen Gespinst meist an der Futterpflanze. top

6. Futterpflanzen

Die Raupen fressen an vielen verschiedenen krautigen Pflanzen ohne eine Vorliebe für bestimmte Pflanzen eines Verwandtschaftskreises zu zeigen; sie sind ausgesprochen polyphag. Auch die Falter sind wenig wählerisch. Sie saugen an Blütenpflanzen aller Art. Ihr Nahrungsspektrum reicht von Gräsern und Liliengewächsen über Bäume bis zu einer Vielzahl von Sträuchern, Stauden und krautigen Pflanzen verschiedener Farben und Blütentypen.
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7. Verbreitung

Die Gammaeule ist in Nordafrika, Europa sowie Asien mit Ausnahme des südlichen Teils verbreitet. Als Wanderfalter erreicht sie die nördlichsten Teile Skandinaviens, Island und Grönland.
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8. Gefährdung und Schutz

Die Gammaeule ist nicht gefährdet.
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Zusammengestellt von Elke Freese
Quellen:
Heiko Bellmann (2003): Der neue Kosmos Schmetterlingsführer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. ISBN 978-3-440-09330-6.
Günter Ebert et al. (1994): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs Band 6, Nachtfalter IV. Eugen Ulmer KG, Stuttgart. ISBN 3-8001-3482-9.