Schoenbaer

Die Hinterflügel des Schönbären sind leuchtend rot gefärbt.
Foto: Emanresu, Lizenz: Public domain, Quelle: Wikimedia Commons.


Raupe Schoenbaer

Eine Raupe des Schönbären.
Foto: James Lindsey, Lizenz: Creative Commons, Quelle: Wikimedia Commons.


Schönbär (Callimorpha dominula)

1. Allgemeines - 2. Kennzeichen - 3. Größe - 4. Lebensraum - 5. Entwicklung - 6. Futterpflanzen - 7. Verbreitung - 8. Gefährdung und Schutz
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1. Allgemeines

Dieser attraktive Falter ist Schmetterling des Jahres 2010 und gehört zur Familie der Bärenspinner (Arctiidae). Er kommt jährlich in einer Generation von Mitte Juni bis Mitte August vor. Er ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, fliegt jedoch auch tagsüber. Der Schönbär faltet seine Vorderflügel in Ruhehaltung über die Hinterflügel. Nur bei drohender Gefahr und im Flug zeigt er seine gesamte leuchtende Färbung. Beobachtungsmöglichkeiten ergeben sich, wenn der Falter Blüten besucht. Bei flüchtiger Beobachtung besteht eine Verwechslungsgefahr mit dem Russischen Bären (Callimorpha quadripunctaria).
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2. Kennzeichen

Die junge helle Raupe wechselt ihr Aussehen binnen weniger Tage und trägt dann neben der schwarzen Grundfärbung seitliche Binden aus gelben Flecken, die durch kleine weiße Punkte voneinander abgesetzt sind. Die Raupen sind locker behaart.
Die Vorderflügel des Falters sind schwarz bzw. schillern blaugrün. Unterschiedlich große weißliche bis gelbliche Flecken durchbrechen diese Färbung. Die Hinterflügel sind leuchtend rot mit schwarzen Flecken. Die Unterseite unterscheidet sich nur geringfügig. top

3. Größe

Die Raupen erreichen bis zu 40 Millimeter Länge. Die Flügelspannweiten der Falter liegen zwischen 40 und 50 Millimetern.
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4. Lebensraum

Der überwiegend einzeln vorkommende Schönbär bevorzugt niedrigkrautige Lichtungsbereiche in etwas feuchten, kühlen Wäldern, wei beispielsweise Wege, Schneisen, Waldwiesen, Wasserläufe, lockere Altholzbestände (Beobachtungen auch im Erlenbewuchs).
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5. Entwicklung

Die Ablage der Eier erfolgt in kleineren Gruppen an Blattunterseiten. Die Raupen überwintern in Gemeinschaft am Boden zwischen trockenen Blättern. Danach zerstreuen sie sich und leben im letzten Statium einzeln. Im Mai erfolgt die Verpuppung am Boden in einem weißlichen Gespinst. top

6. Futterpflanzen

Große Brennnessel, Heidelbeere, Kohldistel, auch Jungpflanzen bzw. -triebe von Himbeere, Haselnuss, Salweide, Heckenkirsche auch in Aufforstungsflächen.
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7. Verbreitung

Die Art kommt in lichten Wäldern des zentraleuropäischen Festlandes und des nördlichen Mittelmeerraumes vor. Sie ist in Süddeutschland häufig, im Norden dagegen selten anzutreffen.
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8. Gefährdung und Schutz

Bundesweit ist die Art derzeit nicht gefährdet; durch das Mähen in den bevorzugten Lebensräumen des Schönbären ist jedoch ein Rückgang zu beobachten. In Niedersachsen gilt die Art als gefährdet (RL 3).
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Zusammengestellt von Henning Cordsen, 2009.
Quellen:
Heiko Bellmann (2003): Der neue Kosmos Schmetterlingsführer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. ISBN 978-3-440-09330-6.
H.-J. Weidemann, J. Köhler: Nachtfalter, Spinner und Schwärmer, S. 242ff, Naturbuch-Verlag, Augsburg 1996, ISBN 3-89440-128-1.
Ulrich Lobenstein (2004): Rote Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Großschmetterlinge mit Gesamtartenverzeichnis. Inform.d. Naturschutz Niedersachsen. Nr. 3, 165 - 196, Hildesheim.
Lepiforum e.V.: Schönbär (Callimorpha dominula)
Walter Schön: Artprofil im Portal Schmetterlinge / Raupen (www.schmetterling-raupe.de)