Mittlerer WEinschwaermer

Nur selten zu beobachten - ein Falter des Mittleren Weinschwärmers.
Foto: Anonymus 2011.

Mittlerer WEinschwaermer

Bei Störung zieht die Raupe ihre Kopfkapsel zurück, so dass ihre bedrohlich wirkenden Scheinaugen deutlich sichtbar werden.
Foto: Carsten Heinecke 2009.

Mittlerer WEinschwaermer

Farbenspiele in Kinderhänden - so unterschiedlich gefärbt sind die Raupen des Mittleren Weinschwärmers.
Foto: Carsten Heinecke 2009.

Mittlerer Weinschwärmer (Deilephila elpenor)

1. Allgemeines - 2. Kennzeichen - 3. Größe - 4. Lebensraum - 5. Entwicklung - 6. Futterpflanzen - 7. Verbreitung - 8. Gefährdung und Schutz
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1. Allgemeines

Der Mittlere Weinschwärmer (Deilephila elpenor) ist ein häufiger Schwärmer (Sphingidae) in Mitteleuropa. Die Falter fliegen erst nach Einbruch der Dunkelheit und sind daher seltener zu beobachten als die auffälligen Raupen, die auch tagsüber auf Nahrungssuche gehen.
Wer gern die Falter des Mittleren Weinschwärmers in seinen Garten locken möchte, kann nachtblühende Nektarpflanzen wie Phlox, Seifenkraut, Jelängerjelieber oder Geißblatt pflanzen. Die Raupen finden sich an diesen Futterpflanzen in halbschattigen, etwas luftfeuchten Lagen ein.top

2. Kennzeichen

Die Vorderflügel sind oberseits olivgrün und tragen zwei blasslila gefärbte Bänder und einen pinkfarbenen Flügelsaum. Die Hinterflügel sind oben schwarz und nach unten pink gefärbt. Der Hinterleib ist olivgrün mit pinkfarbenem Mittelstreifen.
Die Raupen sind auffällig groß, anfangs grün, später meist braun oder schwarz mit einem nur kleinen, dem für Schwärmer sonst typischen, Horn. Bei Störung können die Raupen ihre Kopfkapsel zurückziehen, so dass ihre bedrohlich wirkenden Augenflecke auf den vorderen Körpersegmenten sichtbar werden.
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3. Größe

Die Raupen werden bis zu 80 Millimeter lang. Die Falter erreichen Flügelspannweiten zwischen 45 und 60 Millimetern.

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4. Lebensraum

Der Mittlere Weinschwärmer lebt in Auwäldern, auf Waldlichtungen, an Gewässerufern - häufig auch in Gärten und Parkanlagen. Er bevorzugt luftfeuchte Bedingungen.
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5. Entwicklung

Die Flugzeit des Falters liegt zwischen Mitte Mai bis Mitte August.
Die Eier werden einzeln oder in kleinen Gruppen auf Blattunterseiten abgelegt. Die Raupen schlüpfen nach rund einer Woche und fressen von Juli bis September. Die Farbe der Raupen verändert sich mit den Häutungen, im letzten Stadium sind die meisten Raupen braun. Die Verpuppung erfolgt im Erdboden in einem lockeren Gespinst unter Blattresten. Die Puppe überwintert.
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6. Futterpflanzen

Zu den Futterplanzen der Raupen gehören das Indische Springkraut (Impatiens glandulifera), das Kleine Springkraut (Impatiens parviflora), Labkräuter (Galium), Weidenröschen (z.B. Epilobium hirsutum, E. angustifolium), Nachtkerzen (Oenothera), in Gärten auch Fuchsien oder Weinrebe.
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7. Verbreitung

Der Mittlere Weinschwärmer ist in Mitteleuropa fast überall ziemlich häufig. In Oldenburg ist er regelmäßig an etwas luftfeuchten Stellen, auch im Siedlungsbereich zu finden.
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8. Gefährdung und Schutz

Der Nachtfalter ist in Niedersachsen derzeit nicht gefährdet.
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Zusammengestellt von Elisabeth Woesner, Oktober 2009
Quellen:
Heiko Bellmann (2003): Der neue Kosmos Schmetterlingsführer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. ISBN 978-3-440-09330-6.
Lobenstein, U:  Rote Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Großschmetterlinge. Stand 2004. Inform.d. Naturschutz Niedersachs.24, Nr.3, S.165-196, Hannover.
Evers, U.: Schmetterlinge im Garten. Ansiedeln, beobachten, bestimmen. Stuttgart 1999. ISBN-13:978-3800166633