Aurorafalter

Der Grüne Zipfelfalter.
Nur die Flügelunterseiten sind leuchtend grün.
Foto: Carsten Heinecke 2009.

Aurorafalter

Der Grüne Zipfelfalter mit angedeuteter Binde aus feinen weißen Strichen.
Foto: Elke Freese 2008.

Aurorafalter

Paarung. Männchen (oben) und Weibchen (unten) sind in der Grüntönung etwas verschieden.
Foto: Carsten Heinecke 2010.

Aurorafalter

Ein Weibchen.
Foto: Carsten Heinecke 2010.

Grüner Zipfelfalter (Callophrys rubi)

1. Allgemeines - 2. Kennzeichen - 3. Größe - 4. Lebensraum - 5. Entwicklung - 6. Futterpflanzen - 7. Verbreitung - 8. Gefährdung und Schutz
top

1. Allgemeines

Der Grüne Zipfelfalter (Callophrys rubi) - auch als Brombeerzipfelfalter bezeichnet - ist der einzige heimische Tagfalter mit grünen Flügelunterseiten. Der Schmetterling gehört zur Familie der Bläulinge (Lycaenidae) innerhalb derer er zur Gruppe der »Zipfelfalter« gestellt wird.
top

2. Kennzeichen

Die Falter tragen an den Hinterflügeln nur angedeutete Zipfel. Die Flügeloberseiten sind einheitlich schwarzbraun. Die Flügelunterseiten sind dagegen leuchtend hellgrün gefärbt. Auf den Hinterflügeln ist jeweils eine Binde aus feinen, weißen Strichen angedeutet, die zuweilen auch fehlen kann.
Die Raupen sind hellgrün. Oberseits sind oft konstrastreich abgsetzte, gelbliche und dunkelgrüne Schrägstreifen ausgebildet.
top

3. Größe

Die Falter erreichen Flügelspannweiten zwischen 24 und 28 Millimeter. Die Raupen werden bis zu 15 Millimeter lang.
top

4. Lebensraum

Die Schmetterlinge besiedeln sehr unterschiedliche Lebensräume. Sie sind an Wäldrändern, verbuschten Trockenrasen und in alpinen Zwergstrauchheiden ebenso zu finden wie am Rand von Mooren. In Laub- und Nadelwäldern sind die Falter oft an sonnigen Waldwegen und -rändern, auf Lichtungen und an Säumen sowie auf angrenzenden Wiesen und Gebüschen zu beobachten. Man findet sie auch in Sand- und Kiesgruben, wo Ginsterbüsche wachsen und in Wacholderheiden. Neben trockeneren Lebensräumen besiedeln die Schmetterlinge auch Feuchtbiotope wie Sümpfe, Nieder- und Zwischenmoore und verheidete Hochmoore.
top

5. Entwicklung

Der Grüne Zipfelfalter überwintert im Puppenstadium. Die Falter erscheinen bereits zeitig im Frühjahr. Die Weibchen legen die Eier auf der Fraßpflanze an Blütenknospen oder in deren Nähe ab. Die jungen Raupen befressen fast ausnahmslos die Blüten und unreife Früchte. Die Verpuppung erfolgt in Bodennähe. Zuweilen schlüpfen noch im Hochsommer Falter einer zweiten Generation. top

6. Futterpflanzen

Die Falternahrung ist noch unzureichend bekannt. Genannt werden vor allem Schmetterlingsblütler (Fabacae) wie Besenginster, Färberginster oder Futter-Esparsette.
Die Raupen leben an Himbeere, verschiedenen Ginsterarten, Hopfenklee, Futter-Esparsette, Faulbaum, Gewöhnlichem Sonnenröschen, Rotem Hartriegel oder Moorbeere. top

7. Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Grünen Zipfelfalters umfasst Europa ohne Schottland, den Mittelmeerraum ohne Kreta östlich die temperate Zone bis Ostasien. Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet und gebietsweise nicht selten. top

8. Gefährdung und Schutz

Der Schmetterling gilt in Deutschland und in Niedersachsen als nicht gefährdet. Er ist jedoch nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt. In manchen Gebieten zeichnet sich eine rückläufige Tendenz der Bestandsentwicklung ab.
top

Zusammengestellt von Elke Freese
Quellen:
Günter Ebert, Erwin Rennwald (Hrsg.) (1991): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs Band 1 – Tagfalter I. Papilionidae, Pieridae, Nymphalidae. Eugen Ulmer KG, Stuttgart. ISBN 978-3-8001-3451-9.
Heiko Bellmann (2003): Der neue Kosmos Schmetterlingsführer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. ISBN 978-3-440-09330-6.
Ulrich Lobenstein (2004): Rote Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Großschmetterlinge mit Gesamtartenverzeichnis. Inform.d. Naturschutz Niedersachsen. Nr. 3, 165 - 196, Hildesheim.