Waldbrettspiel

Das Waldbrettspiel mit zusammengeklappten Flügeln.
Foto: Henning Cordsen 2009.

Waldbrettspiel

Auf einem Blatt ruht es sich gut.
Foto: Elke Freese 2008.

Waldbrettspiel

Fallobst ist eine beliebte Nahrungsquelle im Spätsommer und Herbst.
Foto: Elke Freese 2009.

Waldbrettspiel

Ob da wohl was zu machen ist?
Foto: Elke Freese 2008.

Waldbrettspiel

Das Waldbrettspiel saugt gerne an feuchter Erde.
Foto: Elke Freese 2008.

Waldbrettspiel (Pararge aegeria)

1. Allgemeines - 2. Kennzeichen - 3. Größe - 4. Lebensraum - 5. Entwicklung - 6. Futterpflanzen - 7. Verbreitung -
8. Gefährdung und Schutz
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1. Allgemeines

Das Waldbrettspiel gehört zur Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Es zählt zur Gruppe der Augenfalter. Der in unseren Breiten häufige und ausschließlich tagsüber fliegende Falter kommt in zwei Unterarten vor: Als Pararge aegaria aegaria (Südeuropa) mit orangebrauner Flügelfleckung der Oberseite und Pararge aegaria tircis (Mitteleuropa) mit deutlich helleren Flecken. Der weitere deutsche Name »Laubfalter« deutet auf das Ruheverhalten der Männchen in den Flugpausen auf Laubblättern hin, um ihr Revier zu beobachten. Typisch sind die tänzelnden »Luftkämpfe« mit vorbei fliegenden Konkurrenten.
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2. Kennzeichen

Die grünen Raupen sind relativ schlank. Ihr Rücken ist durch einen dunklen, hell eingefassten Streifen gekennzeichnet. Die Raupenhaare sind ziemlich kurz. Der in Mitteleuropa vorkommende dunkelbraune Falter besitzt auf den Flügeloberseiten helle Flecken. Die Vorderflügel tragen einen gelb gefassten Augenfleck, die Hinterflügel drei bis vier ebensolche Flecken. An den Flügelenden ist eine schmale, helle und durchbrochene Bandzeichnung vorhanden. Die Unterseite der Flügel ist eher unscheinbar und in der Regel sind die Hinterflügel violett gerandet.
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3. Größe

Die Raupen werden bis 27 Millimeter lang. Die Flügelspannweiten der Falters liegt zwischen 32 und 42 Millimetern.
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4. Lebensraum

Das Waldbrettspiel liebt lichte Lebensräume in lockeren Laub- und Mischwäldern sowie Waldränder. In schattigen Gärten und an Wegrändern kann es ebenfalls beobachtet werden.
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5. Entwicklung

Die Eier werden vom Weibchen einzeln an Grasblättern abgelegt. Die Raupe schlüpft nach etwa 10 Tagen und ist als Jungraupe tagaktiv. Ausgewachsene Raupen fressen dagegen nur nachts. Die Verpuppung erfolgt meist hängend in Bodennähe. Die grüne Stürzpuppe überwintert, manchmal auch die Raupe. Die an den Futterpflanzen gut getarnten Raupen treten zwischen Mitte April und Mitte Oktober auf. Der Falter fliegt bereits ab April bis zum Ende September in zumeist zwei Generationen und kommt durchaus häufig vor.top

6. Futterpflanzen

Die Falter sind eher selten beim Blütenbesuch zu beobachten. Sie saugen gerne an auslaufenden Baumsäften, gelegentlich an faulendem Obst oder an feuchten Bodenstellen.
Die Raupe frisst an verschiedenen Süßgräsern wie Fiederzwenke, Pfeifengras oder Landreitgras, aber auch an Sauergräsern wie beispielsweise die Waldsegge.
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7. Verbreitung

Das Waldbrettspiel ist in ganz Europa mit Ausnahme der nördlichsten Breitengrade bis nach Mittelasien hinein und in Nordafrika beheimatet. Im Bergland oberhalb der Waldgrenze kommt er nicht vor.
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8. Gefährdung und Schutz

Eine Bestandsgefährdung lässt sich Mitteleuropa derzeit nicht feststellen. In Deutschland unterliegt das Waldbrettspiel keinem besonderen Schutz.
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Zusammengestellt von Henning Cordsen, August 2009
Quellen:
Heiko Bellmann (2003): Der neue Kosmos Schmetterlingsführer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. ISBN 978-3-440-09330-6.
www.schmetterling-raupe.de