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Kleines Nachtpfauenauge Weibchen

Weibchen des Kleinen Nachtpfauenauges.
Foto: Carsten Heinecke 2009.

Kleines Nachtpfauenauge Maennchen

Die etwas bunteren Männchen des Kleinen Nachtpfauenauges sind kleiner als die Weibchen.
Foto: Carsten Heinecke 2009.

Kleines Nachtpfauenauge Maennchen

Mit ihren stark gefiederten Fühlern »riechen« die Männchen die Weibchen über große Entfernungen.
Foto: Elke Freese 2009.

Kleines Nachtpfauenauge Maennchen

Gesucht und gefunden ...
Foto: Elke Freese 2009.

Eigelege Saturnia pavonia

Eigelege des Kleinen Nachtpfauenauges. Die Räupchen sind bereits geschlüpft.
Foto: Elke Freese 2008

Raupen Saturnia pavonia

Gesellige Jungraupen des Kleinen Nachtpfauenauges an Besenheide.
Foto: Elke Freese 2008

Raupe Saturnia pavonia

Erwachsene Raupe des Kleinen Nachtpfauenauges an Birke. Erwachsene Raupen leben einzeln.
Foto: Carsten Heinecke 2008.

Raupe Saturnia pavonia

Ein Kokon in der Besenheide.
Foto: Carsten Heinecke 2009.

Raupe Saturnia pavonia

Kokons: links ein Männchen, rechts ein Weibchen.
Foto: Carsten Heinecke 2008.

Kleines Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia)

1. Allgemeines - 2. Kennzeichen - 3. Größe - 4. Lebensraum - 5. Entwicklung - 6. Futterpflanzen - 7. Verbreitung 8. Gefährdung und Schutz
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1. Allgemeines

Das Kleine Nachtpfauenauge gehört zu den Pfauenspinnern (Saturniidae). Diese Schmetterlingsart ist neben dem Nagelfleck (Aglia tau) der einzige heimische Vertreter dieser Familie in Deutschland. Die meisten Arten der Pfauenspinner leben in den Tropen.

Das Kleine Nachtpfauenauge ist gar nicht so selten - nur bekommt man ihn nicht so oft zu Gesicht. Die Weibchen sind nachtaktiv. Sie verbringen den Tag unbeweglich in Bodennähe sitzend. Dabei verströmen sie über eine Drüse am Hinterleib arteigene Duftstoffe (Pheromone), mit denen sie die tagaktiven Männchen anlocken. Die Männchen verbringen den Tag damit umherzufliegen, und nach Spuren dieses Pheromones in der Luft suchen. Ihr Flug ist schnell und abrupt und der Falter ist wahrscheinlich schon wieder weg, bevor man ihn richtig bemerkt hat. Die Ortung der Duftstoffe erfolgt über die Fühler, die bei den Männchen fiederig gefächert sind und dadurch eine sehr große Oberfläche aufweisen. Damit können die Männchen die Pheromone über weite Entfernungen orten.

Die erwachsenen Falter haben keine funktionsfähigen Mundwerkzeuge. Sie nehmen keine Nahrung auf und leben nur wenige Tage. Sie fliegen im zeitigen Frühjahr je nach Einsetzen der milden Witterung. top

2. Kennzeichen

Die Vorderflügel der Falter sind in der Grundfärbung grau bräunlich, wobei die Männchen stärker weinrot gefärbt sind. Die Hinterflügel sind bei den Männchen gelb-orange. Vorder- wie Hinterflügel tragen je ein auffälliges »Auge«.
Die Jungraupen sind zunächst schwarz später grün gefärbt. Im letzten Stadium sind sie grün mit schwarzen Ringen oder einfarbig grün mit rosa oder gelb gefärbten, Borsten tragenden Punktwarzen.
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3. Größe

Die Flügelspannweiten der Schmetterlinge umfassen zwischen 60 und 85 Millimetern. Die Männchen sind kleiner als die Weibchen. Die Raupen werden bis zu sechs Zentimeter lang.
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4. Lebensraum

Die Tiere leben vorzugsweise in offenem, mit Sträuchern oder Heidekrautgewächsen bewachsenem Gelände oder lockeren Wäldern. Im Oldenburger Land kommt der Schmetterling vorwiegend in verheideten Hochmoorbereichen vor.
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5. Entwicklung

Kurz nach der Paarung legen die Weibchen ihre ovalen, gelblich grauen Eier in ringförmigen Gelegen um dünne Zweige der Futterpflanzen. Die Raupen spinnen zur Verpuppung einen birnenförmigen, sehr festen Kokon. Darin überwintert die Puppe. Der Kokon besitzt zum oberen Pol eine rheusenartige Öffnung. Hierdurch schlüpft im nächsten Frühjahr der fertige Falter. Die schlüpfenden Falter besitzen an der Flügelwurzel einen so genannten Präcostalsporn, den sie wie eine Stichsäge zur Öffnung des Kokonks benutzen.
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6. Futterpflanzen

Die Raupen fressen an zahlreichen verschiedenen Pflanzen mit einer gewissen Vorliebe für verholzende Gewächse aus der Familie der Rosengewächse. In Süddeutschland findet man sie vor allem an Schlehe (Prunus spinosa); in Norddeutschland vorzugsweise an Besenheide (Calluna vulgaris) aber auch an Birke (Betula).
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7. Verbreitung

Der Schmetterling ist in Mitteleuropa weit verbreitet und stellenweise häufig. Seine Gesamtverbreitung umfasst die Iberische Halbinsel bis zu den Britischen Inseln über ganz Europa einschließlich Fennoskandien und dem Mittelmeerraum durch die gemäßigte Zone bis Ostasien.
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8. Gefährdung und Schutz

Eine Gefährdung besteht derzeit noch nicht. Doch wird eine zunehmende Gefährdung durch die Intensivierung der Landwirtschaft und durch den fortschreitenden Landschaftsverbrauch schon heute deutlich. Das Kleine Nachtpfauenauge ist nach der Bundesartenschutzverordnung in Deutschland besonders geschützt.
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Zusammengestellt von Elke Freese
Quellen: Heiko Bellmann (2003): Der neue Kosmos Schmetterlingsführer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. ISBN 978-3-440-09330-6.
Günter Ebert, Erwin Rennwald (Hrsg.) (1994): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs Band 4 – Nachtfalter II. Eugen Ulmer KG, Stuttgart. ISBN 3-8001-3474-8.