Kleiner Kohlweissling

Weibchen des Kleinen Kohlweißlings.
Foto: Uwe Handke 2009.

Kleiner Kohlweissling

Ein Weibchen von unten.
Foto: Uwe Handke 2009.

Kleiner Kohlweissling

Männchen des Kleinen Kohlweißlings.
Foto: NABU/Helge May 2007.

Huebner

Huebner

Großer Kohlweißling mit markantem Spitzenfleck (oben). Kleiner Kohlweißling mit schwächer ausgeprägtem Spitzenfleck (unten).
Aus Jacob Huebner (1934): Das kleine Schmetterlingsbuch. Die Tagfalter.
Insel-Bücherei Nr. 213, Scan von Raimond Spekking, Quelle: Wikimedia Commons, Public domain. [1][2]

Kleiner Kohlweissling

Raupe mit deulicher gelber Rückenlinie.
Foto: Elke Freese 2009.

Kleiner Kohlweissling

Raupe seitlich. Zwischen den Atemöffnungen sind
gelbe Punkte.
Foto: Elke Freese 2009.

Kleiner kohlweissling

Gürtelpuppe.
Foto: Elke Freese 2009.

Kleiner kohlweissling

Frisch geschlüpfter Kleiner Kohlweißling.
Foto: Elke Freese 2010.


Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae)

1. Allgemeines - 2. Kennzeichen - 3. Größe - 4. Entwicklung - 5. Lebensraum - 6. Futterpflanzen - 7. Verbreitung - 8. Gefährdung und Schutz
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1. Allgemeines

In Deutschland sind drei Arten der Gattung Pieris beheimatet, die auch im Oldenburger Land vorkommen: Der Grünader-Weißling (Pieris napi), der Große Kohlweißling (P. brassicae) sowie der hier beschriebene Kleine Kohlweißling (Pieris rapae). Wie die deutschen Namenszusätze bereits andeuten, gehören alle Arten in die Familie der Weißlinge (Pieridae).
Der Kleine Kohlweißling gilt als ausgesprochener Kulturfolger. Er ist in der Lage, zuweilen als »Schädling« aufzutreten. Durch den Pestizideinsatz in Feldkulturen kommt dies aber kaum noch vor und gefährdet gleichzeitig die Schmetterlinge in ihrem Überleben. Wenn wir die Raupen als »Schädlinge« bezeichnen, sollten wir uns deshalb auch darüber im Klaren sein, dass Monokulturen immer Massenentwicklungen fördern und der Mensch damit »Schädlinge« produziert.

Eine Übersicht der Oldenburger Weißlinge inklusive wichtiger Bestimmungs- und Unterscheidungsmerkmale gibt es hier:
Weiß sind nicht alle unsere Kleider - Die Oldenburger Weißlinge (Pieridae), PDF 1,5 MB. top

2. Kennzeichen

Der Kleine Kohlweißling trägt an den Vorderflügelspitzen einen Spitzenfleck, der weniger markant ist als jener des Großen Kohlweißlings und maximal bis zur vierten Längsader reicht. Die Weibchen haben stets zwei dunkle Flecken auf den Vorderflügeloberseiten. Die Männchen tragen meist nur einen kleinen schwarzen Punkt. Die Unterseiten der Hinterflügel beider Geschlechter sind gelblich weiß und ungezeichnet. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum Grünader-Weißling (Pieris napi) (graugrün beschuppte Adern) und zum Weibchen des Aurorafalters (Anthocaris cardamines) (kontrastreich marmoriert). Kleiner und Großer Kohlweißling (P. rapae) sind sich jedoch zum Verwechseln ähnlich! Am leichtesten sind sie an der Ausprägung des Spitzenfleckes zu unterscheiden (s. Bild links). Außerdem ist der Kleine Kohlweißling, wie der Name schon andeutet, in der Regel deutlich kleiner. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es immer Ausnahmen gibt!
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3. Größe

Die Falter erreichen Flügelspannweiten zwischen 40 und 50 Millimetern. Die Raupen messen bis zu 25 Millimeter Länge.
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5. Entwicklung

Der Kleine Kohlweißling fliegt jährlich in bis zu vier Generationen von April bis Anfang November. Die Weibchen legen die hell grünlichen Eier einzeln ab. Deshalb leben die Raupen auch stets einzeln. Sie führen eine viel verborgenere Lebensweise als jene des Großen Kohlweißlings. Sie fressen mehr an den innerern Kohlblättern und erweisen sich dadurch als viel schädlicher als die größeren Verwandten. Die grünen Raupen tragen seitlich zwischen den Atemöffnungen gelbe Punkte und einen deutlichen gelben Streifen auf dem Rücken (Unterschied zum Grünader-Weißling!). Die hell grünliche, dunkel gepunktete Puppe überwintert. top

4. Lebensraum

Kleine Kohlweißlinge leben in offenem Gelände, vor allem in Gärten und Feldkulturen. Sie besiedeln aber auch Brachland, Wegränder und Böschungen. Die ursprünglichen Lebensräume dürften die die Spülsäume der Meeresküsten sein. Die Ausbreitung ins Landesinnere erfolgte über den Anbau des Gemüsekohls.
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6. Futterpflanzen

Die Falter zeigen eine deutliche Vorliebe für violette Blüten. Die Raupen fressen an Kreuzblütlern wie Ackersenf (Sinapis arvensis), Hederich (Raphanus raphanistrum), Knoblauchrauke (Alliaria petiolata) und bevorzugt an Kohlarten (Brassica).
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7. Verbreitung

Der Kleine Kohlweißling ist von Europa durch die gemäßigte Zone Asiens bis Japan verbreitet. Im Süden ist er auch Nordafrika anzutreffen. Nach Norden kommt er bis Fennoskandien vor. Die Art wurde nach Nordamerika und Australien eingeschleppt. top

8. Gefährdung und Schutz

Der Kleine Kohlweißling ist nicht gefährdet.
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Zusammengestellt von Elke Freese, Mai 2010.
Quellen:
Ebert, E. & E. Rennwald (Hrsg.) (1991): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs Band 1 – Tagfalter I. Papilionidae, Pieridae, Nymphalidae. Eugen Ulmer KG, Stuttgart. ISBN 978-3-8001-3451-9.
H. Bellmann (2003): Der neue Kosmos Schmetterlingsführer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. ISBN 978-3-440-09330-6.
J. Settele et al. (2005): Schmetterlinge - Die Tagfalter Deutschlands. Ulmer, Stuttgart. ISBN 3-8001-4167-1.