Gemeiner Bläuling

Ein Männchen des Gemeinen Bläulings mit
strahlend blauen Flügeloberseiten.
Charakteristisch ist ein schmaler schwarzer
Rand und ein weißer Fransensaum.
Foto: Elke Freese 2009.

Gemeiner Bläuling

Flügelunterseiten der Männchen tragen ein
für Bläulinge kennzeichnendes aber
arttypisches Fleckenmuster. Auf den
Hinterflügeln befindet sich ein weiß
gerandeter herz- oder spießförmiger Fleck.
Foto: Elke Freese 2009.

Gemeiner Bläuling

Die Weibchen des Gemeinen Bläulings haben
meist braune Flügeloberseiten, die zuweilen
Blau schimmernd übergossen
oder ...
Foto: Elke Freese 2009.

Gemeiner Bläuling

... wie hier aber seltener fast völlig blau gefärbt sind.
Foto: Carsten Heinecke 2007.

Gemeiner Bläuling

Die Flügelunterseiten der Weibchen sind
kaffeebraun mit kennzeichnendem
Fleckenmuster und ebenfalls einem herz- bzw.
spießförmigen Zentralfleck auf den
Hinterflügeln.
Foto: Elke Freese 2009.

Eier Gemeiner Bläuling

Eier des Gemeinen Bläulings.
Foto: Elke Freese 2010.

Gemeiner Bläuling, Hauhechelbläuling (Polyommatus icarus)

1. Allgemeines - 2. Kennzeichen - 3. Größe - 4. Lebensraum - 5. Entwicklung - 6. Futterpflanzen - 7. Verbreitung - 8. Gefährdung und Schutz
top

1. Allgemeines

Der Gemeine Bläuling - auch Hauhechelbläuling genannt - gehört in die Familie der Bläulinge (Lycaenidae). Man trifft ihn auf fast jeder blütenreichen Wiese an.

Der Falter fliegt von April bis September. Bei warmer Witterung ist dieser Bläuling sehr aktiv und fliegt rasch zwischen Gräsern und Blumen hin und her, während er sich bei feuchtem, nassem Wetter an Gräsern ausruht. Zeitweilig finden sich gegen Abend größere Mengen an Faltern zu Schlafgemeinschaften ein. Die Raupen leben in Symbiose mit verschiedenen Ameisenarten.
top

2. Kennzeichen

Die männlichen Falter sind oberseits strahlend blau mit einem sehr schmalen, schwarzen Rand und einheitlich weißem Fransensaum. Die Weibchen sind dagegen auf den Flügeloberseiten in der Grundfärbung dunkelbraun, manchmal mit schwachblauer Übergießung, selten auch ganz blau. Sie tragen dort orangefarbige Randflecke meist auf Vorder- und Hinterflügeln. Die Flügelunterseiten sind graubraun bei den Männchen, bei den Weibchen kaffeebraun. Die Ränder der Hinterflügel - meist auch der Vorderflügel - tragen orangefarbenen Randmonde und schwarze, weiß umrandete Punkte. Kennzeichnend ist ein zentraler, schwarzer Fleck auf der Hinterflügelunterseite mit herz- oder spießförmiger, weißer Umrandung bei beiden Geschlechtern.

Die hellgrünen, asselförmigen Raupen tragen helle Rücken- und Seitenlinien und meist nicht deutliche helle Schrägstreifen.
top

3. Größe

Die Falter erreichen Flügelspannweiten zwischen 25 und 35 Millimetern. Die Raupen werden werden bis zu 13 Millimeter lang.
top

4. Lebensraum

Die Falter und deren Raupen kommen in trockenenem, nicht zu feuchtem, offenen bis halbschattigem, blumenreichem Gelände vor. Sie besiedeln vor allem mageres Grünland und Grünlandbrachen, wie Glatthaferwiesen, Feucht- und Flachmoorwiesen und Magerrasen sowie deren Brache- und Versaumungsstadien. Zudem ist er an Feld- und Wiesenrändern, auf Waldwegen sowie auf Ruderalflächen zu finden. In Oldenburg ist dieser Schmetterling vor allem im Bahndammgelände Krusenbusch recht häufig vertreten und gut zu beobachten.

Die Schmetterlinge weisen eine hohe Toleranz gegen Hitze, Feuchte und Kälte auf. Ihre Wanderfähigkeit, die hohe Eiproduktion, schnelle Larvalentwicklung und Flexibilität der Überwinterungsstadien ermöglichen dieser Art die Besiedlung unterschiedlichster Lebensräume. top

5. Entwicklung

Die Falter fliegen in zwei Generationen von Ende Mai bis Mitte Juni sowie von August bis September - manchmal auch drei Generationen im Jahr. Die weißen Eier werden bevorzugt zwischen die Blüten der Futterpflanzen abgelegt. Die Raupen fressen am Tag an Blüten und Blättern. Sie verpuppen sich am Boden zwischen Pflanzenresten. Die Überwinterung erfolgt in einem beliebigen Raupenstadium. top

6. Futterpflanzen

Die Falter saugen an vielen Schmetterlingsblütlern (Fabaceae) vor allem an Gewöhnlichem Hornklee, Hopfenklee, Luzerne, Sichelklee und Weiß-Klee. Hinzu kommen Nicht-Fabaceen wie Feld-Thymian, Dost oder Blutweiderich. Die Raupen ernähren sich ausschließlich von Schmetterlingsblütlern, insbesondere von Gewöhnlichem Hornklee, Hopfenklee, Luzerne, Sichelklee, Kriechendem und Dornigem Hauhechel sowie Weiß-Klee. top

7. Verbreitung

Der Gemeine Bläuling ist von Westeuropa ostwärts durch die klimatisch gemäßigte Zone bis Ostasien verbreitet. Im Norden reicht sein Areal bis zum Nordkap, im Süden über den gesamten Mittelmeerraum einschließlich der Kanarischen Inseln bis nach Nordafrika. In Deutschland ist er weit verbreitet und häufig.top

8. Gefährdung und Schutz

Zwar ist der Gemeine Bläuling noch fast überall gut vertreten, wirklich häufig ist er aber nirgends mehr. In flurbereinigten Gebieten mit intensiver Landwirtschaft ist die Art selten geworden oder fehlt bereits ganz.
top

Zusammengestellt von Elke Freese, Mai 2009, Quellen:
Günter Ebert, Erwin Rennwald (Hrsg.) (1991): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs Band 2: Tagfalter II - Satyridae, Libytheidae, Lycaenidae, Hesperiidae, Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart. ISBN 978-3-8001-3451-9.
H. J. Weidemann (1995): Tagfalter: beobachten - bestimmen. Naturbuch Verlag, Augsburg. ISBN 3-89440-115-X
Heiko Bellmann (2003): Der neue Kosmos Schmetterlingsführer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. ISBN 978-3-440-09330-6.
Ulrich Lobenstein (2004): Rote Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Großschmetterlinge mit Gesamtartenverzeichnis. Inform.d. Naturschutz Niedersachsen. Nr. 3, 165 - 196, Hildesheim.