ERlen-GLasflügler

Männchen des Erlen-Glasflüglers mit ausgeprägtem Afterbüschel.
Foto: Carsten Heinecke 2009.

ERlen-GLasflügler

Das Weibchen ist dem Männchen sehr ähnlich.
Foto: Carsten Heinecke 2009.

ERlen-GLasflügler

 Durch die Ähnlichkeit mit einer Wespe wird der Erlen-Glasflügler im Gelände oft nicht erkannt.
Foto: Carsten Heinecke 2009.

ERlen-GLasflügler

Im Schwirrflug an den Pheromonen sind die gelben Fühlerspitzen gut erkennbar.
Foto: Carsten Heinecke 2009.

ERlen-GLasflügler

Ende Mai 2009 konnten in einem Moorgebiet bei Oldenburg ca. 20 Tiere durch synthetische Pheromone angelockt werden.
Foto: Carsten Heinecke 2009.

Erlen-Glasflügler (Synanthedon spheciformis)


1. Allgemeines - 2. Kennzeichen - 3. Größe - 4. Lebensraum - 5. Entwicklung - 6. Futterpflanzen - 7. Verbreitung - 8. Gefährdung und Schutz
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1. Allgemeines

Über die Verbreitung des Erlen-Glasflüglers im Oldenburger Land ist nicht viel bekannt, da er - wie auch die anderen Glasflügler - bei oberflächlicher Betrachtung eher einer Wespe ähnelt als einem Schmetterling. Um die Art nachzuweisen, hat sich das Anlocken der Männchen durch synthetische Pheromone (Sexuallockstoffe) bewährt. top

2. Kennzeichen

Zu den typischen Erkennungsmerkmalen des Erlen-Glasflüglers gehören seine gelbweißen Fühlerspitzen, welche man sogar bei einem fliegenden Tier erkennen kann. Typisch sind auch die gelben Innenränder der Tegulae und der gelbe Ring auf dem zweiten Hinterleibssegment. Die Art besitzt außerdem einen - besonders bei den Männchen auffälligen - schwarzblauen Afterbüschel. Im Vergleich zu anderen Glasflüglern sehen sich Männchen und Weibchen dieser Art sehr ähnlich.
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3. Größe

Die Spannweite der Flügel beträgt 22 bis 30 Millimeter.
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4. Lebensraum

Der Erlen-Glasflügler kommt hauptsächlich in Mooren, Bachauen und erlenreichen Baumgruppen in Feuchtgebieten vor. Dort entwickeln sich die Raupen im Jungaufwuchs von Erlen oder Birken. Neu entstandenen Jungaufwuchs der Wirtspflanzen kann der Erlen-Glasflügler als Pinierart schnell besiedeln, verschwindet aber auch schnell wieder, wenn die Bäume älter werden und nicht mehr für die Entwicklung der Raupen geeignet sind. Vom Autoren wurde die Art im Oldenburger Land hauptsächlich in trockengelegten Hochmooren, aber auch an einem Waldrand nachgewiesen.
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5. Entwicklung

Die Falter fliegen von Ende Mai bis Ende Juni. Die Raupen entwickeln sich dann von Juli bis zum Mai des übernächsten Jahres – sie überwintern also zweimal. Es gibt aber auch Hinweise auf eine dreijährige Raupenentwicklung.
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6. Futterpflanzen

Die Futterpflanzen der Raupen sind Schwarz-Erle (Alnus glutinosa), Hänge-Birke (Betula pendula), Moor-Birke (Betula pubescens) sowie Grün-Erle (Alnus viridis) und Grau-Erle (Alnus incana). Die Raupen leben zunächst im Bast und später auch in den Wurzeln junger Bäume.
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7. Verbreitung

Im Norden kommt die Art bis Schottland (bis nördlich des Polarkreises), im Osten bis Sibirien, im Süden vom nördlichen Portugal und Spanien durch Südfrankreich und Norditalien über Teile des Balkans bis nach Nordgriechenland und Rumänien vor. In Niedersachsen kommt die Art vermutlich im ganzen Gebiet vor, wurde aber wegen der versteckten Lebensweise nur selten beobachtet.
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8. Gefährdung und Schutz

Zwar stellt der Erlen-Glasflügler offenbar keine hohen Ansprüche an die klimatischen Verhältnisse seiner Lebensräume, doch bestehen die Raupenhabitate aufgrund der Bindung an junge Gehölzstadien immer nur wenige Jahre. Da der Erlen-Glasflügler im Oldenburger Land wahrscheinlich hauptsächlich in Hochmooren vorkommt, ist bei der Pflege dieser Habitate darauf zu achten, dass es dort immer wieder junge Gehölzstadien gibt. Eine dichte Wiederbewaldung der Randzonen und eine starke Vernässung der Kernzonen von Moorgebieten könnte den Erlen-Glasflügler aus seinem Lebensraum verdrängen. Um die tatsächliche Verbreitung dieses Glasflüglers im Oldenburger Land zu erfassen, müssten jedoch flächendeckende Untersuchungen in geeigneten Lebensräumen stattfinden.
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Zusammengestellt von Carsten Heinecke
Quellen:
Günter Ebert, Erwin Rennwald (Hrsg.) (1997): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs Band 5 – Nachtfalter III. Eugen Ulmer KG, Stuttgart. ISBN 3-8001-3481-0.
Ulrich Lobenstein (2003): Die Schmetterlingsfauna des mittleren Niedersachsens – Bestand, Ökologie und Schutz der Großschmetterlinge in der Region Hannover, der Südheide und im unteren Weser-Leine-Bergland. Naturschutzbund Landesverband Niedersachsen. ISBN 3-925815-27-9.